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3. August 2015

29,5 Stunden

29, 5 Stunden! Genau so lange dauerte meine Busreise.  Es war grausam.  Die 18 Stunden fahrt (zumindest sollten es nur 18 Stunden sein) bis London starteten wir bereits mit voller Toilette.  Der Bus stank, Müll lag herum. Die Busse von Eurolines sehen ja schick aus, hier wurde aber ein Fremdunternehmen eingesetzt, also: Enge Sitze, kein Strom, kein WLAN,  kein Kaffee.

Nach 1 Stunde mussten sich die Kinder in den Sitzen hinter mir dann auch gleich übergeben - nun ratet mal: Keine Kotztüten da. So ging die Fahrt quer durch Deutschland.  In Holland wechselte dann der Busfahrer,  der neue Fahrer sprach nun endlich deutsch und sogar englisch. Er erfuhr von der, mittlerweile übergelaufenen Toilette und unternahm auch sofort etwas: Er kippte erstmal den Überlauf aus. Auf die Raststätte...  Und weiter.  Abgesehen von fehlendem WLAN und dem nun immer schwächer werdenden Akkus der Telefone,  Tablets etc. wurde die Fahrt nun aber besser. Wir durften bei Halt sogar mal raus. Dann ab durch den Tunnel und tadaaa, Lond- Nein!  Falsch gedacht. Das Radrennen in London legte gestern nämlich ganz London lahm. Alle Brücken waren gesperrt.  Wir fuhren also stundenlang um die Innenstadt herum. Kurz und knapp gesagt: Statt kurzem Sightseeing durch London gab es für mich einen Sprint mit Gepäck aus dem Bus, über die erstbeste Brücke,  einen Park und mehrere Straßen.  Den Anschluß nach Totnes hatte ich jetzt längst verpasst.  Hatte ich erwähnt,  dass ich 2,5 Stunden Zeit in London eingeplant hatte? An der Victoria (Victoria Coach Station)  wurden im Sekundentakt Verbindungen umgebucht,  ich hatte im Nu und wirklich unkompliziert eine neue Verbindung,  sollte mich aber in der Nähe aufhalten.  Also 2 Stunden in der Wartehalle,  war mir auch schon egal. Ich setzte mich vor dem Bahnhof in die Sonne und meditierte.  Kurz hatte ich überlegt in Tränen auszubrechen,  hatte ich ja schließlich nicht mal geschlafen,  meditieren fand ich dann aber doch besser. Und nun das Happy End:

Der Coach nach Totnes kam pünktlich, hatte einen sehr freundlichen Busfahrer und Strom.  Ich lud mein Handy auf, informierte nun endlich meine Gastfamilie über die verspätete Ankunft und schlief ein. In Totnes wurde ich gleich abgeholt,  lag um 1:00 Uhr erschöpft und geduscht in meinem eigenen Zimmer in einem sehr bequemen Bett und schlief bis 6:30 Uhr durch.

Da bin ich nun also. Todmüde aber glücklich startet mein Monat in Totnes.